Der Sommer kommt aus dem Süden


Wenn wir durch die Natur wandern, können wir nun sehen, dass alles im saftigen Grün steht. Die kalten Nächte haben sich in wärmere Sommernächte verwandelt. Auch wenn der Frühling insgesamt kalt war und uns lange in seiner Energie der Visionen gehalten hat, haben wir nun die Möglichkeit im Sommer, unsere Träume zu verwirklichen und unseren Tatendrang lauf zu lassen.


Im Frühling haben wir unsere Wünsche für das neue Jahr geformt, durchdacht, geträumt, nachdem wir im Winter alles alte, was uns nicht mehr taugt, zurückgelassen haben. Jetzt ist die Zeit, sich seine Visionen vom Frühling nochmal vor Augen zu halten und umzusetzen!

Wir bewegen uns im Jahreskreis zur Sommersonnenwende hin. Die Kräfte steigen und länger werden die Tage. Wer sein/ihr Gemüse selber anbaut, weiß auch, dass im Frühling die Samen für den Sommer in der Erde sein müssen. Nun werden die Samen des Winters gelegt. So können wir es auch metaphorisch übernehmen für unsere eigenen Wünsche und Taten.

Die Sommersonnenwende ist vermutlich ein Fest, welches über mehrere Tage ausgiebig gefeiert wurde. Alles was mit Fülle, Lebenslust, Freude und Gemeinschaft zutun hat, hatte dort Platz. Vor ein paar Jahren habe ich einen Text für diese Zeit geschrieben, den ich euch nicht enthalten möchte:

Sommersonnenwende. Mittsommer. Alban Hevin. Johannistag. Es ist der längste Tag des Jahres (21.6.). Es ist die Zeit in der die Erdgöttin schwanger ist. Die Pflanzen wachsen

üppig und die Ernte hat schon begonnen. Es ist eine sehr kraftvolle Übergangszeit, in der wir die Hitze und unser inneres Feuer besonders stark spüren können, sowie auch unsere Umwelt vor Kraft strotzt. Die Bäume waren vor kurzem noch hellgrün am austreiben, doch nun sind sie sattgrün. Wichtige Heilpflanzen werden am besten zu dieser Zeit gepflückt, denn auch sie stehen in ihrer vollen Kraft. z.B. Johanniskraut, Schafgarbe, Kamille, Beifuß, Eisenkraut u.v. andere.

Die Kelten und Germanen haben wohl diese Zeit besonders ausgiebig gefeiert. Es wurde ein großes Feuer gemacht und 12 Tage lang getanzt und gesungen. Kräuter werden zu Kränzen gebunden, oder für den Jahresvorrat gesammelt. Glück bringend war es Johanniskraut, die Sonnenpflanze zu räuchern. Es wurden Beifuß-Kränze geflochten, über Türen gehängt, damit sie das Böse abhalten und Gürtel aus der magischen Pflanze gebunden, die man das nächste Jahr beim Sonnenwendfeuer verbrannte. Springen über das Feuer wirkte reinigend und heilend (sowie ein Bad im Quellwasser) und das Räuchern mit Artemisia Vulgaris. Sommersonnenwende ist das Fest des Feuers, der Wärme, des Lichts, der Fruchtbarkeit und doch steht man an der Schwelle zur Dunkelheit, denn von nun an werden die Tage wieder kürzer. So wie es doch immer im Leben zugeht, oder? Alles hat eben mehr als nur eine Seite.


Luisa Francia beschreibt diese Zeit, als die Zeit der Nymphe, des Wassers, der unbeschämten Erotik und somit auch der natürlichen Wildheit.

In einer Fabel heißt es, dass Diana (Römische Göttin der Jagd, des Waldes, des Mondes, der Geburt und Hüterin der Frauen und Kinder) bzw. Artemis (Griechische Göttin der Jagd, des Waldes, des Mondes und der Beschützerin der Frauen und Kinder)beim Baden von dem Jäger Actaeon beobachtet wurde und diesen daraufhin in einen Hirsch verwandelte. Actaeon hatte Jagdhunde bei sich, die ihn, verwandelt als Hirsch dann auffraßen. (Hyginus Fabel 181)

(Artemis)Artemisia Vulgaris = Beifuß, (Actaeon) Actaea spicata ist der Lateinische Begriff für das Christophskraut, oder auch die Gemeine Sonnenwende! Ein Hexenkraut und eines der beiden heiligsten Kräuter der Cheyenne-Indianer, denn in ihr soll der Geist des Urshamanen Motsiiuif wohnen. Zu diesem Urschamanen gehörten zwei Wölfe. Und auch Odin wird mit 2 Wölfen dargestellt. Sind das nicht lauter interessante Zusammenhänge?